Probleme schaffen
Es gibt viele Dinge, über die man sich aufregt. So finden viele es unverschämt, dass Migranten nach Deutschland kommen, und dann hier nicht arbeiten. Dabei unterstellt man ihnen, dass sie nicht arbeiten wollen. Dummerweise sind in Ländern wie Schweden prozentual gesehen doppelt so viele Migranten beschäftigt wie in Deutschland. Die Migranten arbeiten in Deutschland nicht, weil sie nicht arbeiten dürfen. Dieses Problem hat unsere Politik selber geschaffen – und beschwert sich dann darüber.

Besonders der Union scheint viel daran gelegen, Probleme zu schaffen, über die sie sich dann aufregen kann. Nehmen wir das Thema Teilzeit. Die Union beschwert sich, dass zu viele Menschen in Teilzeit arbeiten. Dabei besteht gar kein Recht, nach einer Teilzeit z.B. wegen Kinderbetreuung wieder in Vollzeit zu gehen. Viele Menschen bleiben deshalb in einer Teilzeitfalle gefangen – und werden dann von der Union auch noch als faul beschimpft.

Nun will die Wirtschaftsministerin Reiche von der CDU den Ausbau der erneuerbaren Energien blockieren. Dann kann man sich in ein paar Jahren ja beschweren, dass die erneuerbaren Energien gar nicht genug Strom liefern – und wir mehr Gaskraftwerke und vielleicht sogar wieder Atomkraftwerke bauen müssen.

Und da man wohl sicherstellen will, dass man sich auch in Zukunft noch über Ausländer beschweren kann, die sich nicht integrieren wollen, streicht die Union nun auch noch Gelder für Integrationskurse.

Wenn man die Probleme nicht selber schafft, dann hat man ja nichts mehr, über das man sich beschweren könnte – und mit dem man die Bürger aufstacheln kann. Und nur durch populistisches Aufstacheln kann man heute ja noch Wahlen gewinnen.
J.E.