Vielleicht ist noch nicht alles verloren
Donald Trump lebt die Korruption und die Selbstbereicherung ganz offen. Er lässt sich ein Flugzeug von einem Golfstaat schenken, er sammelt Spenden für seinen „Ballroom“ und er hat mit sich selber jetzt einen Deal gemacht.

Der Privatmann Trump hatte den Staat verklagt, weil ein Mitarbeiter des Finanzamtes seine Steuerunterlagen veröffentlicht hatte. Dieser Mitarbeiter wurde schon verurteilt, aber Trump wollte Geld: 10 Milliarden. Bei einer ersten Anhörung ließ ein Richter durchblicken, dass die Klage wohl keinen Erfolg haben könnte. Also schloss Trump mit der Regierung, die er leitete, einen Deal: Es wird einen Fonds in Höhe von fast 1,8 Milliarden Dollar geben, mit denen „Opfer“ der Biden-Regierung entschädigt werden sollen, also vor allem die Kapitolstürmer des 6. Januars 2021, die Trump alle begnadigt hat. Trump hat volle Verfügung über die Summe. Eventuell wird er auch sich etwas auszahlen, schließlich ist er ja auch ein Opfer. Und zudem darf das Finanzamt die Steuererklärungen von ihm, seinen Unternehmen, seiner Familie und den Unternehmen seiner Familie nicht mehr prüfen. Das hätte dort vielleicht noch etwas entdeckt…

Die Selbstbedienung Trumps wurde nun aber im Senat erst einmal aufgehalten. Der Senat hat der Einrichtung des Fonds nicht zugestimmt – wenn auch nur fürs erste. Es ist aber schon bemerkenswert, dass Republikaner, die sich Trump ansonsten so unterwürfig verhalten, dass man sich in einer allmächtigen Diktatur glaubt, nun Trumps Wunsch nicht erfüllen wollen.

Allerdings haben sie selber wohl gar keine Skrupel, diesen Fonds einzurichten, wie man hört. Sie befürchten aber wohl, dass die Bürger der USA diese Selbstbedienung nicht verstehen könnten und bei den Zwischenwahlen im November die Republikaner abstrafen könnten. Und das wäre schlecht fürs eigene Geschäft. Sind die überstanden, dann kann der Fonds ja immer noch genehmigt werden.

Aber immerhin gibt es noch eine Restangst vor dem Wähler. In einer Diktatur fürchtet das Volk den Diktator, in einer Demokratie fürchtet die Regierung das Volk. Vielleicht ist in den USA noch nicht alles verloren.
K.M.