Herzlichen Glückwunsch?
Heute feiern die USA den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Damals war das Motto „No kings“, und die USA entwickelten in der Folge eine demokratische Staatsform und bezeichnen sich gerne als älteste Demokratie der Welt.

Allerdings verspricht das Wort „Demokratie“ (Herrschaft des Volkes) mehr, als es hält. Wie damals üblich, galten die demokratischen Regeln natürlich nicht für Frauen. Denen traute man politische Aktivitäten einfach nicht zu. Schwarze hielt man für so etwas wie Tiere, die gerade gut genug waren, um als Sklaven auf den Plantagen zu arbeiten. Und Indianer waren eigentlich nur im Weg. So richtig demokratisch waren die USA lange nicht.

Und es dauerte Jahrhunderte, bis alle Gruppen so etwas wie demokratische Rechte und Gleichheit erfahren konnten. Doch selbst zu Beginn des 21. Jahrhunderts war dieses Ziel noch nicht völlig erreicht, obwohl die Unabhängigkeitserklärung meint: „Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden“. Allerdings war man dem Ziel der Gleichheit auch noch nie so nahe, wie zum Beginn des 21. Jahrhunderts. Und das muss einige ziemlich gewurmt haben.

Denn wenn einige Menschen Rechte bekommen, dann müssen andere ihre Vorrechte aufgeben. Das kann denen nicht gefallen, und das hat denen auch nicht gefallen. So findet derzeit in den USA eine Umkehr in die „schöne alte Zeit“ statt, als der weiße Mann das alleinige Sagen hatte, und die anderen (Frauen, Schwarze, …) wussten, wo ihr Platz war. Rechte, die über Jahrhunderte erkämpft worden waren, werden heutzutage mit einem Federstrich wieder weggenommen. Alle Menschen sind gleich? Das muss ja nicht so sein.

Und so entfernen sich die USA heute wieder von ihren Idealen, denen sie nie so nahe waren, wie noch vor kurzem. Soll man den USA dennoch gratulieren?

Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt.
K.M.