Absahner
Der Umbau auf eine ökologische Energieversorgung ist teuer. Nicht, weil Wind- oder Solarstrom teuer wären. Diese sind die billigsten Energiequellen, die wir haben. Die Energiekrisen nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs oder dem Beginn des Iran-Kriegs hatten wir, weil fossile Energieträger teurer wurden – und nach den geltenden Regeln bestimmt der teuerste Energieträger die Strompreise.

Doch damit Wind- Und Solarstrom effizient verteilt und gespeichert werden können, müssen die Netze umgebaut werden. Und dies kostet Milliarden. Und dies sorgt auch dafür, dass der Strom momentan nicht so billig ist, wie er sein könnte, wenn man sich schon ganz von den fossilen Energien entkoppelt hätte.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund für die hohen Strompreise: Die Gier der Netzbestreiber.

Die Stromnetze sind in Deutschland privatisiert. Schließlich regelt der Markt alles besser als der Staat dies könnte. Damit die privaten Unternehmen aber nicht nur das bestehende Netz bis zum Zusammenbruch ausbauen, sondern es auch umbauen, bekommen sie Milliarden vom Staat. Und der garantiert ihnen eine schöne Rendite von drei bis sieben Prozent für ihre Arbeit.

Aber das scheint den Unternehmen nicht zu reichen. Eine Studie hat nun gezeigt, dass die Netzbetreiber sich tatsächlich eine Rendite von über dreißig Prozent gönnen, Westnetz, für das unsere heutige Wirtschaftsministerin Reiche mal verantwortlich war, kommt gar auf 45 Prozent!

Die Wirtschaft stöhnt unter den hohen Stromkosten, die auch vom Umbau des Netzes erzeugt werden. Der Ausbau des Netzes müsste viel schneller geschehen, damit endlich alle vom billigen Strom der erneuerbaren Energien profitieren könnten und es nicht immer zu Preisschocks durch fossile Energieträger kommt. Und die dafür zuständigen Unternehmen bremsen den Ausbau, sahnen ab und gönnen sich Luxusrenditen.

Kann man Unternehmen, die geplant den Staat und seine Bürger betrügen, nicht als kriminelle Vereinigungen verklagen?
J.E.